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Presseinformation vom 11.03.2011

Ludwigsburg, den 11.03.2011

Bittere Perspektiven für Deutsche Fahrschulbranche

DATAPART Factoring GmbH veröffentlicht neue Untersuchung der Fahrschulbranche

Zum dritten Mal legt die DATAPART Factoring GmbH für 2010 die Ergebnisse ihrer Untersuchung der Fahrschulbranche in Deutschland vor.

Die größte Tochtergesellschaft der ACADEMY Holding AG übernimmt damit eine gewichtige Funktion für diesen Sektor, der geprägt ist durch kleinbetrieblich strukturierte Marktteilnehmer. Gut 50 Prozent der Fahrschulen liegen bei einem Umsatz von unter 100.000 Euro und gerade ein halbes Prozent der Betriebe erwirtschaften Erlöse von mehr als einer Million Euro.

Da bleibt für eigene Marktforschungsanstrengungen kein Spielraum, weder finanziell noch personell. Davon abgesehen ist eine nachhaltige Auseinandersetzung mit den Rahmenbedingungen der eigenen Branche bislang eher unüblich gewesen. Als Branchenführer sieht sich die ACADEMY-Gruppe in der Pflicht, deren Transparenz zu erhöhen und vor allem auf Fehlentwicklungen hinzuweisen und diesen möglichst entgegenzuwirken.

Der Fahrschulsektor kann mit einer Gesamtwertschöpfung von knapp 1,8 Milliarden Euro nicht gerade zu den Global Playern der deutschen Dienstleistungsszene gerechnet werden. Knapp 13.000 Anbieter teilen diesen Kuchen unter sich auf. Die typische Rechtsform ist das Einzelunternehmen.

Gleichzeitig aber kann davon ausgegangen werden, dass der weitaus größte Teil der Erwachsenen in Deutschland eine Fahrschule besucht hat. Es gibt kaum eine Dienstleistung, die die Gesellschaft so tief durchdringt. Der Führerschein hat sich beinahe zu einem Grundbedürfnis entwickelt.

Für die Jugendlichen ist es eines der erstrebenswertesten Ziele, an eine Fahrerlaubnis zu gelangen. Die Angst, diese zu verlieren, ist oft disziplinierenderals andere Formen von Strafandrohung. Der Führerschein bedeutet für den jungen Menschen ein Stück Emanzipation. Für den Erwachsenen ist er meist unerlässlicher Bestandteil seiner beruflichen Herausforderung. Prinzipiell sichert er ein hohes Maß an Mobilität in vielen Bereichen des täglichen Lebens.

Trotz ihrer nachhaltigen gesellschaftlichen Bedeutung gerät die Branche zusehends in existenzielle Nöte. Die demographische Entwicklung in Deutschland sorgt in den nächsten Jahren für eine bedrohliche Abschmelzung der Hauptzielgruppe der Siebzehn- und Achtzehnjährigen. Das Statistische Bundesamt prognostiziert bis 2027 einen Rückgang dieses Alterssegments um 170.000 junge Menschen. Dieser Prozess ist bereits in vollem Gang und zeigt bereits erste Auswirkungen.

So belegt eine weitere DATAPART-Untersuchung, die im Februar dieses Jahres publiziert wurde, dass man in der Branche bereits von stagnierenden bis rückläufigen Preisen ausgehen muss. Ohne Frage befindet sich ein Teil der Fahrschulen in einem Preiskampf, der auf Dauer deren Profitabilität gefährdet. Dieser Trend ist umso bedenklicher, als sich die variablen Kosten fürs Automobil weitaus deutlicher erhöht haben als die durchschnittlichen Preise in Deutschland. Dies gilt insbesondere für die Ausgaben für Kraftstoffe, die im Vorjahr zweistellig gestiegen sind. Daher stand 2010 im Zeichen einer angespannten Ertragslage. Bedenkt man die politische Situation im arabischen Raum, ist kaum von einer moderaten Preisentwicklung von Erdölprodukten auszugehen. Es ist damit zu rechnen, dass auch das laufende Geschäftsjahr von ähnlichen Einflüssen geprägt sein wird.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass sich der Wettbewerb offensichtlich verschärft hat. Weniger als 2 Prozent der Befragten wussten über eine angenehme Wettbewerbssituation zu berichten. Knapp 40 Prozent halten sie für extrem angespannt bis ruinös. Etwa die gleiche Anzahl der Fahrschulen geht von einer angespannten Lage aus. Als normal empfinden sie weniger als 20 Prozent.

Optimistisch in die Zukunft schauen knapp ein Drittel der Fahrschulen (31,25 %). Beinahe 40 Prozent schätzen die Zukunft kritisch ein. Vergleicht man diese Zahlen mit denen des Vorjahres, so hat sich die pessimistische Grundstimmung deutlich verstärkt. Mehr als 6 Prozent haben innerhalb eines Jahres ihre positive Sicht verloren. Die kritischen Stimmen nahmen sogar um ca. 12,5 Prozent zu.

Der deutliche Zuwachs der pessimistischen Aussagen ist durchaus begründet. Bislang kann in Deutschland nicht von einem Fahrschulsterben gesprochen werden. Gleichwohl muss man in der gegebenen Situation bereits von einem Überangebot an Fahrschulen sprechen. Nach Expertenmeinung ist ein weiterer nachhaltiger Abbau der vorhandenen Betriebkapazitäten unausweichlich.

Im Markt bestehen werden die Fahrschulen, die sich den notwendigen betriebswirtschaftlichen Anforderungen stellen. Nach wie vor hält ein hoher Prozentsatz im Bereich der Vermarktung das eher zufällige Instrument der Empfehlung für den nachhaltigsten Weg, neue Kunden zu gewinnen (86%). Als relativ unbedeutend wird die Werbung angesehen. Auf einer Skala, gewichtet wie nach Schulnoten, erhält die Werbung auf Position sehr gut eine Zustimmung von gerade 2,3 Prozent und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr halbiert. Zwei Drittel der Befragten geben der Werbung als Marketinginstrument eine Benotung zwischen ausreichend und ungenügend. Diese Sicht ist ebenso verständlich wie gefährlich. Werbung kostet im Vorfeld zunächst einmal Geld und eine Erfolgskontrolle ist außerordentlich schwierig. Doch wer nicht wirbt, verliert auf Dauer seine Marktposition. Im Gegensatz dazu misst man der Preispolitik und dem Standort größte Bedeutung bei.

Höchste Bedeutung aus Sicht der Fahrschulen kommt den jungen Menschen im Alter zwischen 17 und 18 Jahren zu. Wer diese erreichen will, muss sich intensiv mit den neuen Medien beschäftigen. Immerhin haben die Bedeutung der Sozial Networks, wie z. B. Facebook, bereits 36 Prozent der Befragten erkannt. 46 Prozent sehen dessen zunehmende Bedeutung erst in der Zukunft. Gerade noch 18 Prozent ignorieren diese neuesten Trends. Auch sie werden sich auf Dauer der neuen Realität nicht entziehen können und dem Internet Tribut zollen müssen.

Außerordentlich wichtig für die Kleinbetriebe ist die Zahlungsmoral ihrer Kunden. Das Ende der Finanzkrise hat nach Aussage von 30 Prozent der Fahrschulen hierauf keinen Einfluss. Etwa der gleiche Anteil geht von einer weiteren Verschlechterung der Zahlungsmoral aus. Nur knapp 40 Prozent erhoffen sich eine Verbesserung.

Neu in die Untersuchung aufgenommen wurden Aussagen zur Nachfolge in den Betrieben. Knapp 60 Prozent haben sich mit dieser Fragestellung noch nicht auseinandergesetzt oder haben keine Idee, wie es nach ihrem Ausscheiden weitergehen wird. Nur bei weniger als der Hälfte der Betriebe ist diese geregelt (42,47 %). So ist nicht auszuschließen, dass sich der Bereinigungsprozess in diesem Sektor auch über diese unzulänglich behandelte Thematik regulieren wird.

Hinzu kommt, dass es momentan keine Zahlen darüber gibt, wie sich das Angebot qualifizierter Fahrlehrer im Markt darstellt. Dadurch, dass die Bundeswehr nicht mehr in einem nennenswerten Umfang Fahrlehrer ausbildet, ist seit Jahren ein Rückgang von jungen Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern zu verzeichnen. Die ACADEMY-Gruppe wird sich mit dieser Problematik im Rahmen einer weiteren Untersuchung nachhaltig auseinandersetzen.

Versucht man die künftigen Perspektiven in dieser Dienstleistungssparte und die betriebliche Realität aufeinander abzustimmen, stellt man fest, dass die erforderlichen strukturellen Veränderungen noch nicht überall angekommen zu sein scheinen. Nach wie vor muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere im Bereich der Vermarktung eine höhere Professionalität zu empfehlen ist. Gegen die demographische Entwicklung ist nicht anzukommen. Sie erreicht die Marktteilnehmer wie die Jahreszeiten.

Wohl aber kann man versuchen, sich im Wettbewerb nachhaltig zu positionieren. Künftig wird es vor allem die richtige betriebswirtschaftliche Größe einer Fahrschule und die Qualität der Ausbildung sein, mit der man punkten kann. Gut ausgebildete neue Führerscheinbesitzer gewährleisten eine geringere Unfallfrequenz. Nach wie vor sterben immer noch zu viele junge Menschen auf Deutschlands Straßen. Jahr für Jahr tragen insbesondere auch junge Verkehrsteilnehmer schlimmste Verletzungen davon, die sie ein Leben lang begleiten werden. Wem es gelingt, seine künftigen Kunden von seiner besonderen Ausbildungsqualität zu überzeugen, der wird auch künftig erfolgreich unternehmerisch tätig sein können.

Für Matthias Wimpff, Vorstand der ACADEMY Holding AG, ist es „eine herausragende Aufgabe für die Fahrschulen, eine hochwertige Ausbildung zu gewährleisten. Es muss allerdings auch dafür Sorge getragen werden, dass dieser Mehrwert einer Fahrschule in geeigneter Form herausgestellt wird. Wer sich dagegen in Preiskämpfen zerreibt, wird auf Dauer nicht bestehen können. Die Konzeption der ACADEMY-Gruppe trägt dieser Herausforderung seit Jahren Rechnung. Qualitätsmanagement, Liquiditätssicherung und eine professionelle Vermarktung sind die herausragenden Merkmale ihrer angeschlossenen selbständigen Fahrschulen.“

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